Unser Spitzenkandidat zur Eisenbahnbrücke

Stellungnahme und Situationsanalyse zur Eisenbahnbrücke, von Claus-Peter Wiesinger.

Als für den Gemeinderat Kandidierende  können wir wie jeder andere Bürger nur auf die öffentlich verfügbaren Informationen zugreifen und daraus unsere Schlüsse ziehen.

Dieser Report über die Ist-Situation zur Eisenbahnbrücke und die geplanten Schritte verschiedener Akteure ist eine Zusammenfassung von ca. einem Tag google Recherche und ein paar persönlichen Gesprächen, sowie meiner persönlichen Beobachtungen der derzeit laufenden Wahl.

Ich möchte dieser möglichst sachlichen Bestandsaufnahme zusätzlich meine persönlichen Vorstellungen zu einer Verkehrs-Lösung in Linz beitragen.

Wir fangen mit den unterschiedlichen derzeit etablierten Parteien an.

 

SPÖ:

Linz braucht eine zweite Straßenbahnachse:

eine zeitgemäße Donauquerung anstelle des “Sicherheitsrisikos Eisenbahnbrücke” für Bim und PKW, die Anschlüsse von UKH und AKH sowie von 20.000 Arbeitsplätzen sprechen für sich. Der Planung der zweiten Achse befindet sich bereits in der Umsetzung.

Luger: „dass die Brücke auch bei einer Sanierung zweieinhalb Jahre gesperrt werden müsse.“

 

ÖVP:

„ÖVP und FPÖ wären gerne bereit gewesen, die Ausgestaltung einer Volksbefragung so vorzunehmen, dass für die Bevölkerung neben dem Erhalt der Eisenbahnbrücke auch mögliche Neubau-Lösungen zur Auswahl gestanden wären. Von dieser allumfassenden Bürger-Entscheidung wollten die Grünen aber dann doch nichts wissen“

„die Grünen wollen wie die SPÖ von einer Generalsanierung der Eisenbahnbrücke kein Wort hören und treten für deren Abriss ein“

 

FPÖ:

setzt sich für einen Erhalt ein

 

Grüne:

Wollen Abriss

„Auch wenn es sehr schade um die alte Eisenbahnbrücke ist, muss man zur Kenntnis nehmen, dass eine Sanierung der Brücke vor allem aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich ist.

der Abriss-Kurs von Stadträtin Eva Schobesberger wird immer mehr zu einer innerparteilichen Zerreißprobe!“

 

Neos:

Treten für einen Erhalt und die zwei Brücken-Lösung ein.

„Sie ist nicht teurer…. dafür gibt es unabhängige Gutachten, die klipp und klar bewiesen haben, dass eine zweite Brücke daneben, auf Lebenszykluskosten gleich viel, vielleicht sogar weniger teuer ist, als Abriss und Neubau. Ein Grund warum das so ist, sind die Stau-kosten, die nie mitgerechnet werden.“

 

Die Linke:

Keine genauen Infos zu finden, laut YouTube Video sind diese für einen Abriss der alten Brücke und eventuelle weitere Nutzung für die Bürger an einem anderen Ort.

 

KPÖ:

„Beiden Seiten, sowohl den ‘Brückenrettern’ als auch den NeubaubefürworterInnen, ist die Mühlkreisbahn egal. Das Verkehrsmittel Eisenbahn kommt in der Fragestellung beider Varianten schlicht und einfach nicht vor“, meint Schmida.

Kritik nimmt die KPÖ auch an den Grünen, die den Neubau-Beschluss mit der SPÖ mitgetragen haben und immer wieder betonten, dass eine neue Brücke auch für eine Vollbahn geplant werden muss. „Nun haben die Grünen einer Fragestellung zugestimmt, die eine Vollbahn weder in der einen, noch in der anderen Variante überhaupt vorsieht.“

 

Für mich ist zu beobachten, dass sich die Parteien gegenseitig Früchte an den Kopf werfen und das eine neutrale und übersichtliche Zusammenfassung schwer zu finden ist.

Bemerkenswert ist, dass sich die Aussagen von Gegnern des „Erhalts“ http://www.bruecke-fuer-linz.at/ und die der Befürworter http://www.bruecke-retten.at/die-ganze-wahrheit.html diametral widersprechen. Die Machbarkeit und Lösung liegt vielleicht irgendwo dazwischen.

 

SPÖ hat eine klare Linie und sagt, alte abreisen und neue hin bauen. Leider werden die Vorwürfe von seitens der Brücken-Retter ignoriert. Zu beobachten ist auch, dass genau die Dokumente. die die Kritiker anprangern, wirklich nirgends zu finden sind und die offiziellen Übersichten http://linz.at/leben/eisenbahnbruecke.asp eher als tendenziös anzusehen sind.

 

ÖVP setzt sich zwar für einen Erhalt ein, lässt aber einen konkreten Master-Plan  vermissen.

http://ooe.orf.at/news/stories/2696411/ ÖVP befürchtet jahrelanges Verkehrschaos

http://www.oevp-linz.at/index.php?id=2826&tx_news_pi1[controller]=News&tx_news_pi1[action]=detail&tx_news_pi1[news]=57783&tx_news_pi1[day]=5&tx_news_pi1[month]=3&tx_news_pi1[year]=2015&cHash=3ae0c43267558b36b24b89e9e430f409

(Was für ein Link….)

 

FPÖ wollen zwar erhalten…. eine Recherche auf Ihrer Seite brachte aber nicht recht viel mehr als das Thema Einwanderung hervor.

http://www.fpoe-linz.at/?p=10397 Linzer Programm – Nichts über Öffentliche zu finden, dafür sehr präsent das Thema Migration.

http://www.fpoe-linz.at/?p=13179 auch nichts zu finden

Erst eine Google Suche lieferte den Link: http://www.fpoe-linz.at/?tag=eisenbahnbrucke

Wer also bei der FPÖ zu Einwanderung nachforschen will, findet viel, aber auch nicht recht viel mehr.

 

Die Grünen wollen neu bauen, was ich nicht ganz verstehe, denn es wird davon geredet das ca. 50% der Brücke so defekt sind, dass man es komplett tauschen muss. 50% sind nicht alles, daher würde gerade den Grünen die „Rettung“ von etwas „altem“ zu ihrer Partei Linie passen.

Leider findet man bei den Grünen viele gute Punkte für eine neue Brücke, aber keine Antworten auf die Kritiker.

 

Neos sind die einzige Partei die einen kompetenten Eindruck diesbezüglich machen. Liegt aber vermutlich auch daran, dass der Spitzenkandidat ein Stadtplaner ist und hier seinen Joker spielen kann.

 

KPÖ und Linke sind für Erhalt, jedoch wenige Infos zu finden.

 

Es bleiben also noch die offiziellen Stellen und Medien.

Die 1900 errichtete Eisenbahnbrücke im Eigentum der ÖBB hat ihre technische Lebensdauer erreicht.

Bis zum Jahr 2020 könnte die neue Donauquerung Realität werden.

Im Auftrag der ÖBB und der Stadt Linz hat Univ.–Prof. Dr. Josef Fink ein Gutachten über Sanierungsmöglichkeiten und einen Neubau erstellt.

Der Denkmalbeirat hat festgehalten, dass keine 2. Brücke direkt neben der Eisenbahnbrücke gebaut werden soll, da sonst die städtebauliche Wirkung verloren geht.

Da die Eisenbahnbrücke erst nach Fertigstellung der neuen 2. Brücke saniert werden kann, würde sich die Inbetriebnahme der 2. Schienenachse um mindestens drei Jahre verzögern.

Die Baukosten für die Zweibrücken-Variante belaufen sich auf rund 100 Millionen Euro, rund 40 Millionen mehr als ein alleiniger Neubau.

 

Die Brückenretter entgegnen diesem wie folgt:

„dass das Bundesdenkmalamt einen Neubau neben der alten Eisenbahnbrücke nicht zulässt. Hier werden die Bürgerinnen einmal mehr verschaukelt, liegt es doch gar nicht in der Kompetenz des BDA, über die Zulässigkeit von Bauwerken neben Denkmälern zu bestimmen.“

Und:

„Wahr ist aber, dass die Gutachten, welche die Sanierbarkeit der alten Lady bestätigen, von der Stadtregierung nicht veröffentlicht werden – so z.B. das unabhängige Gutachten der Ruhrberg Ingenieure.“

„Stahlbaufirma Oberhofer zurückzugreifen. Letztere legte bereits im letzten Jahr ein Angebot, die Brücke bei laufendem Verkehr – und zu einem Bruchteil der von Luger genannten Kosten – Instand zu setzen. Um sich der öffentlichen Diskussion im Gemeinderat zu entziehen, hat Bürgermeister Luger die Brücke einfach durch die Linz AG um 2,5 Millionen Euro ankaufen lassen. Die Linz AG wurde gegründet, um steuerlich besser agieren zu können. Jetzt wird sie missbraucht, um zu vertuschen und ein wichtiges Projekt ohne demokratische Mitsprache durchzuziehen.“

und:

„Die Neue Brücke kann unbehindert gebaut werden, während auf der Eisenbahnbrücke der Straßenverkehr mit Fußgängern und Radfahrern in der jetzigen Form fortgeführt wird.

Nach der Fertigstellung der Neuen Brücke übernimmt diese den gesamten Verkehr, und die Eisenbahnbrücke kann ungestört für Radfahrer und Fußgänger renoviert werden.“

Aha, was ist dann mit den ganzen Fragen bezüglich der Brücke?

Ist die Brücke wertvoll?

Ja. Die Brücke ist ein technisches, historisches, künstlerisches und industrielles Denkmal..…. Die Eisenbahnbrücke wurde 1900… fertiggestellt. Sie [hat] unzählige Hochwasser und zwei Weltkriege überlebt. Am 14. November 2014 wird die alte Dame übrigens 114 Jahre alt.

Warum ist die Brücke eigentlich so rostig?

„Genutzt wurde die Brücke, gepflegt allerdings nicht. Durch bedenkenloses Salzen verrostete die Stahlkonstruktion im unteren Bereich stark. Die letzte Sanierung samt Anstrich erfolgte in den 1980er Jahren. Auf den volkswirtschaftlichen Schaden und die Vernichtung von Werten angesprochen, schieben sich ÖBB und Stadt Linz gegenseitig den schwarzen Peter zu.“

Warum wurde der Denkmalschutz aufgehoben?

Auf das Bundesdenkmalamt in Wien wurde von Seiten der ….. enormer politischer Druck ausgeübt. Alle vier sind SPÖ dominiert..….Trotz Empfehlung des eingesetzten unabhängigen Denkmalbeirats für den Erhalt musste die Präsidentin daher den Denkmalschutz aufheben. Als Argument wurde die Frage der Sicherheit vorgeschoben – eine Frage, für die das BDA gar nicht zuständig ist, und im Widerspruch zu Gutachten, welche die Sanierbarkeit bestätigen.

Ist die Brücke sanierbar?

Ja. Es gibt genug Firmen und die Kompetenz, um diese Brücke zu ertüchtigen. Sie könnte dann weitere fünfzig und mehr Jahre genutzt werden. Die Brücke kann auf sanfte Weise an Ort und Stelle bei laufendem Betrieb ertüchtigt werden. Die Tragkonstruktion wird nicht zerschnitten, es erfolgt nur die Entnahme und Erneuerung der tatsächlich geschädigten Teile. Temporäre Hilfskonstruktionen gewährleisten die Tragsicherheit. Die Sanierungsmöglichkeit wurde von keinem der Gutachten in Frage gestellt. Von einer Stahlbaufirma mit großer Erfahrung im Bereich Brückensanierung wurde der Aufwand hierfür auf 27,5 Millionen Euro geschätzt.

Des weiteren ist zu finden:

„(Gegenüber früheren Angaben ergibt sich eine Verbilligung durch die vom Verkehr unbeeinflusste Sanierung.)“

Und:

„Eines der (unabhängigen, deutschen) Gutachten zeigt klar auf, dass eine Zwei-Brückenlösung billiger ist als ein Neubau.“

Was ist mit der Wintersperre?

Es gibt im fünf-Jahres-Schnitt läppische 13 Tage mit mehr als einem Zentimeter Schneedecke. Es gibt ja viele salzfreie Mittel und Methoden – einschließlich des jetzt schon vorhandenen Gitterrostes – um die Brücke ohne Sperre wintersicher zu machen.

Blau-Weiss Platz?!

Zwei-Brücken-Lösung – natürlich mit Blau-Weiss Platz und Lindbauer

Rettet die Linzer Eisenbahnbrücke

 

Was etwas untergeht in der gesamten Diskussion, dass gerade viele andere Projekte gleichzeitig laufen. Unter anderem:

 

A26 Westumfahrung Linz und Donaubrücke – 646 Millionen Euro  – Länge: 4,7 Kilometer, davon 3,8 Kilometer im Tunnel

Neue Straßenbahnlinie 4 / 4,7 Kilometer Länge / Der Baubeginn für die Linie 4 hängt auch von den Planungen bzw. der künftigen Nutzungsmöglichkeit für die Eisenbahnbrücke ab, denn das Projekt der neuen Straßenbahnlinie inkludiert auch eine oberirdische Donauquerung. Der nördliche Streckenteil kann nur in Einheit mit dieser Donauquerung verwirklicht werden.

„mit rund 400 Millionen Euro projektierten Baukosten übernimmt das Land, 55 Prozent die Stadt.

Auf 4,7 Kilometern läuft die Trasse unter der östlichen Innenstadt, beim Parkbad kommt sie wieder an die Oberfläche und soll dann über die neue Brücke nach Urfahr bis vermutlich zum Mühlkreisbahnhof führen.“

Oder die VÖEST-Brücke

Viele vergessen auch die „Zwölf Mühlkreisbahn-Forderungen an die zukünftige Landesregierung“

 

Es ist also festzustellen, dass die bevorstehende Wahl am 27.09 bei beiden Lösungen, keine Lösung für die Mühlkreisbahn inkludiert und somit schon ein Dilemma darstellt.

Wenn ich mir ansehe, wie viel mehr für die geplante „unterirdische“ Straßenbahnachse ausgegeben werden soll, verstehe ich die Diskussionen um die Reparatur-Kosten der Eisenbahnbrücke noch viel weniger.

Bis also die Ungereimtheiten und widersprüchlichen Aussagen zu den verschiedenen Faktoren nicht geklärt sind, können die verschiedenen Projekte nicht getrennt voneinander betrachtet werden und somit stehen wir vor der Frage, was nun am Sonntag ankreuzen?

 

Meine Meinung ist, dass derzeit ein Beschluss für den Abriss zur Folge hätte, dass man über die anderen Lösungen und Fragen nicht mehr lange redet, sondern darauf los baut und somit geht die demokratische Diskussion ebenfalls verloren.

Daher werde ich am Sonntag für „B“ stimmen, den Erhalt der alten Brücke. Denn die Diskussionen müssen weiter gehen.

 

Wir hoffen, dass wir mit eurer Unterstützung, die 1,7% Hürde für mindestens einen Gemeinderats-Sitz schaffen (das sind ca. 1.600 Wählerstimmen) und wenn wir optimistisch sind sogar die 3.000er Marke knacken. Damit würde für die Piratenpartei eine Parteien-Förderung möglich. Was unseren Handlungsspielraum natürlich wesentlich erweitert.

 

Zur derzeitigen Situation traue ich mich noch keine konkreteren Aussagen zu möglichen Verkehrs-gesamt-Lösungen präsentieren. Dazu fehlen mir derzeit die Zeit und die Mittel, diese verschiedenen Ideen zu beleuchten und mit den dazu gehörigen AnsprechpartnerInen zu kommunizieren.

 

Ich kann jedoch versichern, dass ich im Gemeinderat bei diesem und ähnlichen Projekten, die Fakten und Möglichkeiten präsentieren und zielorientierte Lösungen anstreben werde.

Nur wer alle Facetten eines Problems kennt, kann wirklich gute und für alle Beteiligten akzeptable Entscheidungen treffen.

Dem derzeitigen Verschleiern und Polemisieren, wollen wir mit Tatsachen und einer gründlichen Analyse gegenübertreten.

 

Ich würde mir den Erhalt der alten Brücke wünschen, für Fußgänger und Radfahrer, eine neue Straßenbahnachse sollte mit einer neuen Brücke ermöglicht werden und dies zukunftssicher. Falls es sich vermeiden lässt, sollten wir diese neue Straßenbahn nicht unterirdisch führen und somit auch wesentlich günstiger. Damit hätten wir wieder mehr Handlungsfreiraum für die Sanierung und weitere Projekte. Die Einplanung der Mühlkreisbahn ist von entscheidender Bedeutung.

Wir freuen uns darauf. frischen Wind in die Stadtpolitik bringen zu können.

 

Claus-Peter Wiesinger Spitzenkandidat der Piratenpartei Linz – am 27.09 DIESMAL PIRAT

 

Wichtige Links (Piraten Seiten, Infos, etc.)

 

Zum Verkehr:

Sonstige:

https://www.piratenpartei.at/

Titelbild: CC-BY-SA-3.0 NeoUrfahraner/Wikimedia